Kennen Sie das Weihnachts-F?
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Dicke Schneeflocken fielen vom Himmel, und Andrea hatte es sich mit einer Tasse Tee und Weihnachtsplätzchen in ihrem kuschelig warmen Wohnzimmer gemütlich gemacht. Plötzlich hörte sie von draußen eine Stimme: „Hallo, hallo, kannst du mich hören?“ Verwundert hob Andrea den Kopf, konnte aber außer tanzender Flocken nichts erkennen. „Bitte, bitte, darf ich mich bei dir aufwärmen, mir ist so furchtbar kalt!“. Jetzt wurde Andrea langsam unruhig: „Wer spricht da? Ich kann niemanden sehen.“ „Ja, du kannst mich nicht sehen, ich bin das Weihnachts-F und so sichtbar wie der Hauch des Winters. Wir kennen uns aus der Weihnachtszeit vergangener Jahre. Bitte mach das Fenster auf und lass mich rein, ich friere so.“ Andrea war hin- und hergerissen. Weihnachts-F? Sie konnte sich nicht erinnern. Eigentlich genoss sie gerade einen schönen Adventsnachmittag und hatte gar keine Lust auf abenteuerliche Gesellschaft. Andererseits hatte die Stimme Neugier und Mitleid in ihr geweckt. „ Wenn ich das Fenster kurz auf Kipp stelle,“ so ihre Überlegung, “ kann ja eigentlich nichts passieren“. Also entgegnete sie: “Ok, du darfst dich bei mir aufwärmen und verrätst mir dafür, woher wir uns kennen“. „Klar, danke “ entgegnete die Stimme froh, und, nachdem Andrea das Fenster einen Spalt geöffnet hatte „Mach schnell wieder zu, sonst schneit es noch rein.“ Andrea war mulmig zumute. Plötzlich schoss ihr durch den Kopf: Das ist vielleicht ein unsichtbarer Engel. Schnell bot sie der Stimme Tee und Plätzchen an. „Nein, danke, ich esse zur Weihnachtszeit nur selbstgebackene Plätzchen.“ In Andrea regte sich das schlechte Gewissen, hatte sie doch tatsächlich dieses Jahr lieber die Kekse gekauft, denn eigentlich backte sie gar nicht gerne. „Weißt du, das duftet so schön nach Advent und dabei kann man sich viel leichter Gedanken über die Weihnachtspost machen.“ „Weihnachtspost“rief Andrea verärgert, „ich habe dich nicht reingelassen, damit du mich an lästige Pflichten erinnerst. Du wolltest mir doch erzählen, woher wir uns kennen!“ „Ja, richtig,“ entgegnete das Weihnachts-F. „ich bin leider etwas neugierig. Hast du schon deine Geschenke beisammen und eingepackt?“ Andrea war aufgesprungen und jetzt richtig böse „Gleich fragst du mich noch, was ich nächste Woche zur Weihnachtsfeier der Firma anziehe und ob das Menue für Heiligabend schon steht. Mir reicht’s. Du bist sicher aufgewärmt, also geh sofort!“ Jetzt lachte das Weihnachts-F, aber es klang ganz fröhlich. „Sei mir nicht böse, Andrea, ich dachte, meine Fragen würden dich an mich erinnern. Du weißt doch, ich bin das Weihnachts-F, das Weihnachtsfieber.“ Andrea wurde ganz blass. „Keine Angst,“ beruhigte das Fieber schnell „ weil du mutig bist und nett zu mir warst, stecke ich dich nie wieder an.“ Tatsächlich kehrte Andreas Gelassenheit sofort zurück, und sie verbrachte noch einen sehr gemütlichen Nachmittag mit dem Weihnachts-F.
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