Das Buch Hiob aus der Bibel
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Das Buch Hiob aus der Bibel

Viele halten das Buch Hiob für das bemerkenswerteste Buch der Bibel. Der Dichter Tennyson nannte es „das großartigste Gedicht sowohl der altertümlichen als auch der modernen Literatur“. Martin Luther hielt es für „herrlicher und erhabener denn jedes andere Buch der Schrift“. Carlyle schrieb: „Ich nenne es eine der großartigsten Schriften, die jemals von Menschenhand verfasst wurden“. Für das Bibelstudium ist das Buch Hiob unentbehrlich.

Datum

Wir haben es hier mit dem ältesten Buch zu tun, das der Menschheit erhalten geblieben ist. Es muss etwa zur Zeit Jakobs (um 1500 v.Chr.) geschrieben worden sein. Denn die Redner erwähnen mit keinem Wort die Wunder, die den Exodus begleiteten (2. Buch Mose). Hiobs hohes Alter lässt schließen, dass er zur Zeit der Patriarchen gelebt haben muss. Hiob tat für seine Familie den hohepriesterlichen Dienst, was nach dem Exodus nicht mehr erlaubt war. Eliphas war ein Nachkomme des ältesten Sohn Esaus, der auch Eliphas hieß und einen Sohn namens Theman hatte (1 Mose 36,10-11). Botschaft

Das Buch zeigt beiläufig, wie bemerkenswert fortgeschritten die theologischen Erkenntnisse und die intellektuelle Kultur des Patriarchenzeitalters waren. Hier findet sich fast jede wichtige Lehre, zudem sind wissenschaftliche Wahrheiten erwähnt, die erst in unserer Zeit völlig entdeckt wurden. Aber bei der Botschaft des Buches geht es um das Geheimnis des Leids. Man hielt alles Leid für eine Folge persönlicher Sünde. Dass Gott jedoch anscheinend seine Diener nicht entsprechend belohnte und seine Feinde nicht nach Verdienst bestrafte, war ein Problem, das den Glauben der alttestamentlichen Heiligen immer wieder auf die Probe stellte. Weil Hiob so schrecklich leiden musste, waren seine Freunde überzeugt, dass er eine furchtbare Sünde begangen haben müsse. Das Geheimnis des Leids und des Schmerzes wird hier nicht völlig beantwortet, doch erhalten wir bedeutsame Erkenntnisse. Hier wird bewiesen, dass das Leid, wie im Falle Hiobs, nicht als Züchtigung, sondern als Prüfung geschickt wird, um unseren Charakter offenbar zu machen und um uns zu erziehen und zu unterweisen. Die Heiligen des Altertums fragten: „Wie kann ein Mensch fromm sein, wenn er leiden muss?“ Als Christen sagen wir: „Wie kann ein Mensch gottähnlich werden, wenn er vom Leiden nichts weiß?“.

 

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