Zum Arzt gehen ist kein Picknick!
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Zwar sind Ärzte - glaubt man den Ergebnissen von Umfragen - angesehene Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft, dennoch geht man für gewöhnlich nicht gerne zum Onkel Doktor. Der Grund hierfür ist, dass man in der Regel krank ist oder zumindest glaubt möglicherweise krank zu sein, wenn man sich in eine ärztliche Praxis begibt. Unter normalen Umständen würde man selbst in einem latenten Krankheitsfall vom Facharztbesuch absehen und sich ins heimische Bett legen, bräuchte man nicht die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Brötchengeber. Gegenüber dem Arbeitgeber will man ja nie den Anschein provozieren, man sei ein Mädchen äh ein Simulant, so dass man sich mit dem gelben Schein einfach besser fühlt und kein schlechtes Gewissen hat zu Hause zu bleiben. Lässt es sich aber überhaupt nicht vermeiden, einen Onkel Doktor zu konsultieren, dann wählt man am besten einen Arzt seines Vertrauens aus, bei dem man auch ohne Termin antanzen kann. Kaum etwas ist nerviger als starke Schmerzen zu haben und dann erklärt einem die Sprechstundenhilfe (neudeutsch Praxismanagerin), dass man in sechs Wochen gern einen Termin bekommen könnte. Ist auch diese Unwegbarkeit überwunden, dann muss man in einen meist mit alten Tanten überfüllten Warteraum, wo nur über unangenehme und unappetitliche Leiden gesprochen wird („Ich hab Hüfte und was haben Sie?“), die einem in den kommenden Jahrzehnten („Als ich mir beim Pinkeln die Schuhe benetzt habe, bin ich doch einmal mit meiner Prostata zum Arzt gegangen.“) auch noch blühen. Eine weitere Problemstellung in einem Wartezimmer ist, dass man sich zudem ständig und nachhaltig bedroht fühlt, noch kränker zu werden. Da werden Viren und Bakterien emissioniert was das Zeug hält. Roten, tränende Augen werden getupft und man sieht sich selber schon mit einer extrem schmerzenden Bindehautentzündung in einem abgedunkelten Krankenzimmer liegen. Ist man endlich in das Arztzimmer vorgedrungen, darf man kurz seine gesundheitlichen Probleme schildern und man ist in spätestens zehn Minuten mit einem Rezept in der Apotheke zwei Häuser weiter und die Sache ist erledigt.
Klaus-Martin Meyer
www.hanf.org - Die Hanfadresse im Web
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