Was macht die Backhäuser aus?
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Backhäuser im Mittelalter und der Frühen Neuzeit

Jedes Dorf, jede Gemeinde besaß einen Holzbackofen. Es gab einen mit seiner Benutzung beauftragten, den Backofenwärter. An den Backtagen brachten die Dorfbewohner ihm nacheinander die Brote zum backen. Jedes geformte Teigstück wurde vor dem Backen gezeichnet, damit es nach dem Backen wieder seinen Eigentümer fand. Zu diesem Zweck besaß jede Familie einen „Brotstempel“ aus geschnitztem Holz, den man auf den Teig drückte. Das gebackene Brot behielt dieses Zeichen, und so konnte man es wieder erkennen.

Unter der Herrschaft Ludwig des Heiligen im 13. Jahrhundert erhielten die Backofenwärter der Städte den Titel „Bäcker“. Im französischen „boulanger“ – abgeleitet von „boule“, die Kugel  - denn die Brote waren rund.

Diese Backöfen bestehen noch auf dem Land und sind in der Erinnerung der Bewohner mit all der Symbolik, die sich um das Brot rankt, verbunden. Diese Öfen sind in der Mehrzahl aus Materialien hergestellt, die reichlich vorhanden waren – Sandstein, Ton, Schlamm und Ziegeln.

Es gibt noch viele Backofenanbauten. Diese kleinen Gebäude gehören noch heute in unsere Landschaft, werden jedoch oft nicht beachtet.

Manchmal war der Backofen direkt in dem neben der Küche gelegenen Raum installiert, der Backofenkammer. Sie war der wärmste und wichtigste Ort des Hauses. Die Kinder hielten sich gerne darin auf. Man benutzte den noch lauwarmen Ofen nach dem herausnehmen des Gebäcks um darin im laufe des September und Oktobers die Birnen und Pflaumen auf Gittern zu trocknen.

In anderen Gegenden baute man den Backofen in einem Häuschen bei einem Brunnen. Er war für einen oder mehrere Bauernhöfe oder manchmal sogar für einen ganzen Weiler bestimmt. Diese Öfen kann man noch leicht erkennen, dank der abgerundeten Form des kleinen Hauses, das an ein etwas größeres Gebäude angebaut ist, das den Kamin trägt.

Ein Schornsteinkasten senkrecht zum Giebel, eine Oberschwelle aus abgerundetem Stein, diese Elemente verraten die Gegenwart eines alten Backofens. Ein geübtes Auge erkennt sie mit Vergnügen, sie sind mehr oder weniger gut erhalten. Man findet sie noch sehr zahlreich in den Dörfern und Ihre Vielfalt ist erstaunlich.

Autor:
Annette Blöchle
e-Mail:
info@teigwarengeraete.de

 

 

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